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Forderungsausfälle vermeiden

Creditreform Unternehmermagazin

Wie der DRD-Pool von Creditreform bei der frühzeitigen Liquiditätsbeurteilung eines Kundenportefeuilles hilft

Das Zahlungsverhalten der Kunden zählt zu den wichtigsten Einflussfaktoren für die Liquiditäts- und Finanzsituation kleiner sowie mittlerer Unternehmen. Als Frühwarnindikator macht das Zahlungsverhalten einen weiteren zentralen Unterschied zwischen untergegangenen Firmen und der wirtschaftlich aktiven Unternehmenslandschaft aus. Häufen sich nicht oder zu spät beglichene Rechnungen oder wird der Schuldner zahlungsunfähig, können Betriebe ohne ausreichende Rücklagen schnell in Liquiditätsnöte geraten. Für manche Unternehmen bedeuten ausgefallene Forderungen gar das Aus.

So stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2009 um 16 Prozent auf rund 34.000 Fälle (Vorjahr: 29.580). Damit verbunden sind Verschlechterungen im Zahlungsverhalten sowie steigende Forderungsausfälle. Regelmäßige Auswertungen des Debitorenregisters Deutschland, dem Zahlungserfahrungspool auf Gegenseitigkeit von Creditreform, bestätigen, dass die Finanzkrise längst im Unternehmensalltag angekommen ist: Im 4. Quartal 2009 mussten Gläubiger durchschnittlich 14,5 Tage auf den Geldeingang warten. Im 2. Quartal 2009 waren es nur 13,4 Tage.
 

Zahlungsverzögerungen als Insolvenzindikator

Die Erfassung von Veränderungen im Zahlungsverhalten liefert einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung von Liquiditätsproblemen bei Schuldnern und eignet sich zur Prognose der künftigen Insolvenzentwicklung. Basierend auf diesem Datenpool mit Zahlungserfahrungen, die deutsche Unternehmen mit ihren Geschäftspartnern gemacht haben, kann das Zahlungsverhalten von in die Insolvenz geratenen Unternehmen in den Monaten vor der Pleitemeldung – auch retrospektiv – analysiert werden.

Im DRD-Pool liegen mittlerweile annähernd 90 Millionen Zahlungsbelege über rund 1,9 Millionen Debitoren vor. Jeden Monat kommen durchschnittlich drei Millionen aktuelle Zahlungserfahrungen hinzu. Derzeit liefern 420 Unternehmen monatlich ihre Belege ein, die Zahl der teilnehmenden Lieferanten wächst stetig.

Nach dem Motto "Wer zahlt wie?" stellt Creditreform seinen Kunden mit dem Debitorenregister Deutschland einen Datenpool zum systematischen und anonymen Austausch von Zahlungserfahrungen zur Verfügung. Die Teilnahme am DRD-Pool ist für alle Unternehmen kostenfrei. Eine Zahlungserfahrung wird dabei durch einen eindeutigen Buchhaltungsbeleg und dessen kennzeichnende Daten definiert (Buchungsdatum, Betrag, Fälligkeitsdatum, Ausgleichsdatum u. a.).

Aus der Auswertung einer möglichst großen Anzahl einzelner Zahlungserfahrungen (sprich: Belege) gelangt man zu Erkenntnissen über das allgemeine Zahlungsverhalten eines Debitors und kann insbesondere auch Veränderungen im Zahlungsverhalten frühzeitig erkennen. DRD dient zur Bewertung der Zahlungsweise von Unternehmen und basiert auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit. Jeder Teilnehmer stellt seine Zahlungserfahrungen mit den eigenen Debitoren monatlich in den Pool ein und erhält dafür eine kostenfreie Auswertung, wie seine Debitoren im Durchschnitt bei anderen Lieferanten bezahlen. Unternehmen können so Veränderungen im Zahlungsverhalten einzelner Debitoren bis hin zu drohenden Insolvenzen in ihrer Entwicklung genauer erkennen und ihre Kreditrisikosteuerung entsprechend anpassen. Forderungsausfälle können vermieden werden.
 

Erfolgreiche Praxisbeispiele machen den Nutzen des Debitorenregisters deutlich

Torsten Kleinschmidt, Geschäftsführer der Emil Holzmann GmbH mit Hauptsitz in Radevormwald:

"Durch die Integration der Daten aus dem Debitorenregister Deutschland in das Buchhaltungssystem wird das Bild vom Kunden vervollständigt. Der Vergleich interner mit externen Zahlungserfahrungen liefert neben der Basis für grundsätzliche Risikobewertungen wichtige Erkenntnisse über die eigene Stellung beim Kunden hinsichtlich Zahlungsweise, Umsatz und Beleganzahl. Gerade im Fall von Limitüberschreitungen sind die Daten des Debitorenregisters bei der Freigabeprüfung besonders wertvoll."

Ausgangslage bei der Emil Holzmann GmbH war, dass aufgrund einer Vielzahl nicht gezeichneter Limite der Warenkreditversicherung Anfang 2006 eine Neuausrichtung des Kreditrisiko- und Forderungsmanagements notwendig geworden war. Damit einher ging die Einführung der Buchhaltungssoftware SHCware, um die seinerzeit sehr heterogene Daten- und Systemlandschaft zu vereinheitlichen. Ziel war es, die nicht mehr versicherbaren Kreditanträge selbst möglichst präzise zu bewerten und fundierte Limite zu bestimmen. Die Lösung erarbeitete man gemeinsam mit Creditreform Solingen: Kreditentscheidungen sollten künftig durch die Kombination von Creditreform Wirtschaftsauskünften, internen und externen Zahlungserfahrungen im Rahmen eines konsequenten Credit Managements abgesichert werden.


Olaf Oberhoff, Prokurist und verantwortlicher Leiter Controlling bei der Brangs + Heinrich GmbH in Solingen:

"Der strukturierte Einsatz von CrefoScore und dem Debitorenregister Deutschland führten dazu, dass die Ausfallraten der Forderungen trotz schwierigem Marktumfeld auf stabilem Niveau gehalten wurden. Die Informationen des Debitorenregisters wurden bei uns zum integralen Bestandteil der Kreditlimitvergabe, vor allem in Zweifelsfällen."

Bei der Brangs + Heinrichs GmbH gab es klare Richtlinien für die Neukundenprüfung, bevor man sich bereits Ende 2006 dazu entschloss, künftig auch externe Zahlungserfahrungen in die Kreditwürdigkeitsprüfung mit einzubeziehen. Bei jedem Kunden, dessen Antragswert 300 Euro überstieg, holte der Vertrieb eine Wirtschaftsauskunft von Creditreform ein. Das jährliche Bestandskundenmanagement wurde ebenfalls mit Hilfe von Creditreform Wirtschaftsauskünften durchgeführt. In Zweifelsfällen verließ man sich auf die individuelle Einschätzung der 30 erfahrenen Außendienstmitarbeiter und des Managements.

Zielsetzung des Projektes war, den Mitarbeitern der weiteren Standorte des Unternehmens Bonitätsinformationen dezentral zur Verfügung zu stellen. Nach sorgfältiger Abwägung entschied man sich aufgrund der guten Analysefunktionalität sowie der dezentralen Verfügbarkeit der Daten für die Einführung von CrefoScore. Im Rahmen der Einführung fiel die Entscheidung für eine Anbindung an das Debitorenregister Deutschland zur weiteren Optimierung des Risikomanagements. Die Zahlungserfahrungen aus dem Debitorenregister Deutschland ergänzen seitdem die eigene Scorekarte zur Vergabe von Kreditlimiten und untermauern in Zweifelsfällen Entscheidungen.


Fazit

Der Nutzen des DRD-Pools für alle Teilnehmer steigt mit der Zahl der teilnehmenden Unternehmen und somit der zur Verfügung stehenden Informationsmenge, die in das System einfließt.

Die Teilnahme am Debitorenregister Deutschland ist anonym und rechtskonform (gutachterlich bestätigt). Alle Teilnehmerdaten werden gemäß den Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes anonymisiert verarbeitet und ausschließlich für den erklärten Zweck verwendet.

Die Anbindung an das Debitorenregister wird kostenfrei durch Creditreform Experten unterstützt. Bei Interesse an einer Teilnahme am DRD-Datenpool von Creditreform sprechen Sie Janine Stappen unter Telefon (0 21 31) 109 51 05 oder eMail j.stappen@verband.creditreform.de im Verband der Vereine Creditreform e. V. an.

aus "Creditreform – das Unternehmermagazin aus der Verlagsgruppe Handelsblatt",
Autor: Janine Stappen



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Downloads

Produktblatt 'Debitorenregister Deutschland'
(PDF, 151 KB)
Praxisbericht "Emil Holzmann GmbH optimiert Forderungsmanagement mit Daten des Debitorenregisters Deutschland"
(PDF, 105 KB)
Praxisbericht "Brangs + Heinrich optimiert sein Risikomanagement mit dem Debitorenregister Deutschland"
(PDF, 136 KB)
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